Hohenlohe –
Land der Burgen
und Schlösser

Berlichingen liegt in Hohenlohe, eine der am dünnsten besiedelten Regionen Deutschlands. Auf jedem Hügel, in jedem noch so kleinen Dorf, steht hier allerdings ein Schloss oder eine Burg.

Die Hohenloher Ebene ist das größte Muschelkalk-Karstgebiet Deutschlands mit mehr als 2000 Erdfällen.

Die Flüsse Jagst und Kocher haben 100 bis 200 Meter tiefe Täler in diese Hochebene gegraben.

Die Burgen und Schlösser liegen meist oben am Talrand oder auf Felszungen an steil aufsteigende Waldgebieten und Bergrücken.

Von hier aus genießt man herrliche Panorama-Blicke übers weite Land.

Ursprünglich war Hohenlohe kein geografischer, sondern ein dynastischer Begriff und geht auf das Geschlecht derer „von Hohenlohe“ zurück.

Schloss Langenburg

Schloss Langenburg

Nach 1806, als die hohenlohischen Fürsten ihre Souveränität verloren, wurde ein Landschafts- und Volksname daraus.

Heute wird der ganze nordöstliche Teil von Württemberg „Hohenlohe“ genannt. Die Hohenloher sind keine Schwaben, sondern Franken.

Seine ausgezeichnete, erzeugernahe Gastronomie macht Hohenlohe landesweit zu einem Anziehungspunkt.

Hohenlohe zählt zu den wärmsten und niederschlagsärmsten Gebieten in Baden-Württemberg.

Ausflugstipps

Die Götzenburg

Die Götzenburg liegt drei Kilometer flussabwärts von Berlichingen. Jedes Jahr im Sommer finden dort im historischen Burghof die Freilichtspiele statt, u.a. mit der Aufführung von Goethes Drama Götz von Berlichingen.

Im Museum der Burg ist die eiserne Hand des Ritters Götz aufbewahrt, ein Meisterstück mittelalterlicher Orthopädietechnik, die aus mehr als 200 (!) Einzelteilen besteht.

Eine Kanonenkugel zerfetzte ihm im Krieg zwischen Rheinpfalz und Bayern im Jahr 1504 die rechte Hand. Die eiserne Prothese ermöglichte es ihm dann, Gegenstände zu greifen und zu halten.

götzenburg

Kloster Schöntal

Das Kloster Schöntal wurde als Zisterzienser-Abtei im Jahr 1153 gegründet. Es stellt heute eine beeindruckende Symbiose aus romanischem, gotischen und vor allem barocken Baustilen dar.

Reformation, Bauernkrieg und Dreißigjähriger Krieg führten in der wechselvollen Geschichte des Klosters immer wieder zu Plünderungen und Zerstörungen.

Unter Benedikt Knittel (Abt von 1683 bis 1732) erlebte das Kloster seine Blütezeit. In seiner 49-jährigen Amtszeit ließ er die barocke Klosterkirche, das palastartige Konventgebäude, das Rokoko-Treppenhaus und die Grabkapelle auf dem Kreuzberg erbauen.

Zudem verewigte sich der „Dichter-Abt“ gleichermaßen belehrend wie humorvoll mit vierhebigen Reimversen auf den Klostermauern.

Im Jahr 1802 wurde das Kloster vom Königreich Württemberg besetzt und säkularisiert.

Heute wird das Kloster von der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart als Bildungsstätte genutzt und kann mit seinen imposanten Gebäudetrakten und Gärten besichtigt werden. Götz von Berlichingen ist in einer Gruft im Kreuzgang des Klosters beigesetzt.

Von Juni bis September finden alljährlich im Rahmen des Musikfestivals Hohenloher Kultursommer eine Vielzahl an klassischen Konzerten in der Klosteranlage statt.

Vom Ferienhaus führt ein 15-minütiger, idyllischer Wanderweg an einem Steilhang über der Jagst zum Kloster Schöntal.

Kloster Schöntal Kloster Schöntal

Badestelle in
Kloster Schöntal

Direkt am Kloster Schöntal gibt es eine idyllische Badestelle.

Sie lädt dazu ein, unter einer 400 Jahre alten Steinbrücke hindurch zu schwimmen, während die Klosterglocken läuten und der Wind in den Wipfeln der Flussbäume säuselt.

Zu einer kleinen Verschnaufpause setzen sich die Schwimmer dann aufs Wehr und lassen ihre Beine von der Jagst umspülen.

Danach geht es zum Sonnenbad auf die große Liegewiese vor den Klostermauern.

Kloster Schöntal Badestelle

Storchenturm

Diesen Aussichtsturm auf halber Hanghöhe benutzte der Ritter Götz von Berlichingen mit seinen Gefährten.

Er diente als Ausgangspunkt für ihre Überfälle auf Kaufleute und Kutschen, die auf der Handelsroute unten im Tal entlangfuhren.

Storchenturm

Wallfahrtskapelle
Neusaß

Die spätgotische Wallfahrtskapelle Neusaß liegt, umgeben von den ehemaligen Fischteichen der Mönche, oberhalb des Jagsttals und dem Kloster.

Erbaut wurde die hölzerne Kapelle im
12. Jahrhundert.

Ursprünglich sollte hier auf der Hochebene das Kloster errichtet werden. Aber weil die Hohe Straße, eine über viele Jahrhunderte wichtige Handels- und Heerstraße, unmittelbar dort entlang führte, zogen die Zisterzienser-Mönche in die Einsamkeit des Tales.

Die erste große Wallfahrt ist aus dem Jahr 1395 überliefert.

Wenige Meter von der Kapelle entfernt, befindet sich die Mariengrotte mit dem „Heiligenbrünnle“, dessen Quellwasser bei Augenleiden Heilung bringen soll.

3000 Jahre alten Grabhügel in der nahen Umgebung weisen darauf hin, das dieser Ort schon in vorchristlicher Zeit eine Kultstätte war.

Einige Schritte oberhalb der Kapelle steht die Neusaßer Linde, ein 400 Jahre altes Naturdenkmal.

Sie hat einen Stammumfang von 8,62 Metern, ist 22 Meter hoch und verfügt über einen Kronendurchmesser von 25 Metern.

Die Kapelle erreicht man vom Ferienhaus über einen 45-minütigen Höhenwander-
weg, der als Rundwanderweg weiter zum Kreuzberg bis hinunter ins Kloster führt.

Wallfahrtskapelle Neusaß Neusaßer Linde

Wanderwege

Ein ausgedehntes Netz von Wanderwegen und Naturpfaden führt durchs Jagsttal und das Hohenloher Land. Der Kulturwanderweg Jagst beispielsweise erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 100 Kilometern.

Der Wanderer begegnet dabei nicht nur einer überaus reichen und vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt, sondern begibt sich auch auf eine geschichtsträchtige Zeitreise in die Jungsteinzeit und ins Mittelalter, zu Kelten, Römern und Alemannen.

Der Kulturwanderweg Jagst führt meist in halber Hanghöhe durchs Land, aber auch mitten in die Dörfer, zu Schlössern und Kapellen und gewährt immer wieder großartige Ausblicke ins Jagsttal.

Ein Teilstück des Jakobsweges von Prag nach Santiago de Compostela führt durchs Jagsttal.

Kulturwanderweg

Die Jagst

Die Jagst ist auf ihrer Länge von 190 Kilometern nahezu vollständig von Landschaftsschutzgebieten umgeben.

Charakteristisch für ihren Flusslauf sind die vielen Windungen und Schlingen. Dabei erstrecken sich zu einer Flussseite steile Hänge, zur anderen die Talsohle.

In dieser Größe gibt es in Deutschland nur noch wenige Flüsse, die so naturbelassen und von Gewässerausbau und Begradigungen weitestgehend verschont sind. In manchen Abschnitten verwandelt sich die Jagst sogar in einen Wildwasserfluss.

Durch den geringen Anteil von Siedlungs- und Verkehrsflächen im Jagsttal konnte sich eine reiche Flora und Fauna entlang des Flussstroms halten.

Besonders reizvoll sind deshalb Kanu- und Kajaktouren, auf denen man der heimischen Tier- und Pflanzenwelt begegnen kann. Boote können auch vor Ort gemietet werden.

Jagst

Der Kocher-Jagst-Radweg

Kocher und Jagst entspringen in der Ostalb bei Aalen. Sie verlaufen in geringer Entfernung voneinander fast parallel durch das Hohenloher Land und münden bei Bad Friedrichshall in den Neckar.

Einen Fluss hinunter und den Zwillingsfluss wieder hinauf führen die Radwege auf insgesamt 340 Kilometern mit wenigen Steigungen durch eine wunderschöne Kulturlandschaft.

Entlang der Flussufer, an Weinhängen und durch Wiesen und Wälder, durch pittoreske Dörfer und historische Altstädte radelt man von der Quelle bis zur Mündung. Und das größtenteils auf eigenständigen Radwegen.

Kocher-Jagst-Radweg

Waldkletterpark Hohenlohe

Direkt unterhalb von Schloss Langenburg, in einem angelegten Landschaftspark aus dem 18. Jahrhundert, liegt der Waldkletterpark Hohenlohe.

Über acht Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, auch schon für Kinder über 110 cm, klettert man über und zwischen jahrhundertalten Eichen und Buchen. Dabei gewinnt man einen imposanten Panoramablick übers Jagsttal.

Wackelbrücken in 12 Metern Höhe und Seilrutschen auf einer Länge von 140 Metern bieten reichlich Nervenkitzel unter den Baumwipfeln. Ausgebildete Hochseiltrainer üben mit den Besuchern den Umgang mit den Sicherungssystemen und geben eine detaillierte Einweisung in die Kletter-Parcours.

Waldkletterpark Hohenlohe

Wildtierpark
Bad Mergentheim

Ein Rudel mit 30 Wölfen, Bären, Luchse, Elche, Geier, Fischotter, Wildkatzen und viele weitere europäische Wildtiere leben hier in großen, naturnahen Gehegen ohne Gitter und Beton.

Der Besucher läuft auf eigene Faust durch den 35 Hektar großen Wildpark oder nimmt an Fütterungsrunden der Tierpfleger teil. Viele der Gehege sind für die Besucher begehbar.

Diese unmittelbare Begegnung mit den Tieren ist für Kinder besonders spannend, wie auch der Streichelzoo und die beiden großen Spielplätze.

Wildtierpark Bad Mergentheim

Freilandmuseum Wackershofen

Das Museum präsentiert die Geschichte des ländlichen Raumes in der Region Fränkisches Württemberg auf einer Größe von 40 Hektar. Es ist damit das größte Freilandmuseum in Baden-Württemberg.

Mehr als 70 historische Gebäude stammen aus verschiedenen Dörfern der Umgebung. Die Häuser und Stallungen wurden dort abgebaut und im Freilandmuseum wieder originalgetreu aufgebaut.

Die Besucher erhalten authentische und faszinierende Einblicke in die Lebensverhältnisse und den Arbeitsalltag der Menschen aus fünf Jahrhunderten, vom Spätmittelalter bis ins 20. Jahrhundert.

Freilandmuseum Wackershofen

Städtetipps

Forchtenberg – mittelalterliche Altstadt, Geburtsstadt der Geschwister Sophie und Hans Scholl; 9 km von Berlichingen

Osterburken – Reste des Römerkastells, Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Obergermanisch-Rätischer Limes, Römermuseum; 15 km von Berlichingen

Waldenburg – „Balkon Hohenlohes“, Panoramablick über die Hohenloher Ebene, Schloss; 28 km von Berlichingen

Schwäbisch Hall – historische Altstadt am Kocher, Comburg, Freilichtspiele auf der großen Treppe der St.-Michael-Kirche; 40 km von Berlichingen

Bad Wimpfen – mittelalterliche Stauferpfalz, gehört zu den am besten erhaltenen historischen Altstädten Süddeutschlands; 40 km von Berlichingen

Würzburg – Die Würzburger Residenz ist UNESCO-Weltkulturerbe, Festung Marienberg; 70 km von Berlichingen

Schwäbisch Hall